Um das Wochenende einigermaßen versöhnlich ausklingen zu lassen, habe ich eben spontan mal wieder John Woos „Just Heroes“ aka „Hard-Boiled 2“ geschaut. Und auch wenn der Film eher zu Woos schwĂ€cheren Werken zĂ€hlt, so haben es die (leider etwas raren) Actionszenen immer noch in sich. Hach, was waren das fĂŒr wundervolle Zeiten. Wirklich schade, dass „Just Heroes“ bis heute keine angemessene Heimkino-Veröffentlichung vergönnt war. Die ranzige DVD im falschen Bildformat bereitete schon damals nur bedingt Freude. Aber hey, besser als nix. Vielleicht erbarmt sich irgendwann ja doch noch mal ein Label.

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Geschaut: „Night of the Living Dead“ (2026)

Heute hatte ich die grandiose Idee, mir den aktuellen „Night of the Living Dead“ anzuschauen. Doch schon der Start verlief holprig. Zuerst bekam ich die Schutzfolie nicht von der Blu-ray. Und dann gab mein Blu-ray-Player kein Bild aus, sodass ich erst alle Kabel abziehen und wieder anstecken musste. Es hĂ€tte mir eine Warnung sein können. Nein, es hĂ€tte mir eine Warnung sein mĂŒssen. Und doch habe ich mir den Film angeschaut. Weil ich jung und naiv bin.

Um es kurz zu machen: Darsteller mies. Dialoge mies. Effekte mies. Schnitt mies. Sound mies. Alles mies. Der Film ist so dilettantisch, dass man ihn schon fast gesehen haben muss, um es zu glauben. Tut euch dennoch selbst einen Gefallen, glaubt es mir einfach so und nutzt eure Lebenszeit fĂŒr sinnvollere Dinge. Zum Beispiel, um das grandiose Original von George A. Romero zu schauen. Oder das nicht minder großartige Remake von Tom Savini. Oder um die Decke anzustarren. Alles ist besser, als sich diese in Bewegtbilder eingefangene Zeitverschwendung anzutun.

Meine Wertung: 2/10 (einen gibt’s fĂŒr die unverwĂŒstliche Grundidee und einen fĂŒr die unfreiwillige Komik)

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Geschaut: „Carrie“ (2026)

Die 16-jĂ€hrige Carrie White (Summer H. Howell) wird von ihren tiefreligiösen Eltern ohne Kontakt zur Außenwelt aufgezogen. Als Carries Vater bei einem Unfall ums Leben kommt, wird ihrer Mutter Margaret (Samantha Sloyan) auferlegt, sich einen Job zu suchen und Carrie auf eine staatliche Schule zu schicken. Durch ihre weltfremde Art gerĂ€t Carrie schnell ins Visier der dauermobbenden Chris Hargensen (Alison Thornton). Doch je mehr Carrie von ihren MitschĂŒlern schikaniert wird, desto stĂ€rker werden die telekinetischen FĂ€higkeiten, die unerkannt in ihr schlummern …

Ein junges MĂ€dchen mit außergewöhnlichen FĂ€higkeiten, mobbende MitschĂŒler und ein Abschlussball, bei dem es zur blutigen Tragödie kommt. Die Geschichte von Stephen Kings DebĂŒtroman „Carrie“ ist so bekannt wie zeitlos und wurde bislang drei Mal verfilmt. Beziehungsweise vier Mal, wenn man die Fortsetzung „Carrie 2 – Die Rache“ mitzĂ€hlt. Da stellt sich schon die Frage, ob es eine weitere Verfilmung wirklich gebraucht hat. Nachdem ich die neue Serie von Mastermind Mike Flanagan heute durchgebingt habe, kann ich sagen: ja, hat es.

Flanagan hat die Geschichte nicht nur in die moderne Zeit verlegt, sondern sie auch um diverse HandlungsstrĂ€nge erweitert und schlĂ€gt insbesondere beim Ende völlig neue Wege ein. Stephen-King-Puristen werden sich darĂŒber vermutlich Ă€rgern, doch mir haben die Änderungen ausnahmslos ganz hervorragend gefallen. Eine große Rolle spielt zum Beispiel das Thema Cybermobbing, das sich nicht auf Carrie White beschrĂ€nkt, sondern so gut wie jeden trifft und sich nicht nur auf die Schule, sondern auf die gesamte Stadt auswirkt. Neu ist auch eine geheime Organisation, die auf der Suche nach Carrie ist – und die jede Menge Raum fĂŒr eine Fortsetzung lĂ€sst. Mike Flanagan hat bereits bestĂ€tigt, dass er genug Ideen fĂŒr drei Staffeln hat. Hoffentlich bekommt er die Chance, diese auch umzusetzen.

Dass die Serie so gut funktioniert, liegt nicht nur an der zeitlosen Grundidee, sondern insbesondere an den hervorragend geschriebenen Figuren. Den Machern gelingt das KunststĂŒck, selbst den unsympathischsten von ihnen genug Ambivalenz zuzugestehen, dass man als Zuschauer nicht umhin kommt, vielleicht kein MitgefĂŒhl, aber zumindest VerstĂ€ndnis zu entwickeln. Tief im Inneren hĂ€tte ich mich gefreut, wenn sich am Ende einfach alle aussprechen und Freunde werden – wohl wissend, dass dies nicht passieren wird. Witzigerweise ist es ausgerechnet Carrie, die sich trotz ihres Alters und ihrer schwierigen Kindheit stets vorbildlich und deeskalierend verhĂ€lt. Wir sollten alle mehr wie diese Carrie sein.

Apropos Carrie: Summer H. Howell ist als Carrie White ’ne Wucht und spielt die Rolle mit einer nahezu perfekten Mischung aus NaivitĂ€t, Neugierde und Optimismus – bis daraus zwangslĂ€ufig Wut und Verzweiflung werden. Fast genauso gut: Samantha Sloyan als herrschsĂŒchtige und religiös verblendete Mutter, die im Grunde nur das Beste fĂŒr ihre Tochter im Sinn hat, dabei aber nicht merkt, wie sie beim Versuch, ihre Tochter zu beschĂŒtzen, alles nur noch schlimmer macht. Großartig gespielt. Von beiden.

Wenn es etwas zu kritisieren gibt, dann dass der Horroranteil zu gering ausfĂ€llt bzw. kaum vorhanden ist. „Carrie“ mag eine hervorragende Coming-of-Age-Geschichte mit ĂŒbersinnlichem Touch sein, wirklich gruselig ist die Serie aber zu keiner Zeit. Aber hey, das ist wirklich Jammern auf verdammt hohem Niveau.

Meine Wertung: 9/10

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Geschaut: „Below“ (2026)

Als Kind musste der Fischer Calvin Penney (Josh Hartnett) mitansehen, wie sein Vater auf offener See unter ungeklĂ€rten UmstĂ€nden ums Leben kam. Als es 40 Jahre spĂ€ter erneut zu seltsamen TodesfĂ€llen kommt und Calvin auf einer seiner Touren seltsam riechendes Eis entdeckt, vermutet die Meeresbiologin Dr. Fonda Howander (Mackenzie Davis), dass ein bislang unentdeckter KopffĂŒĂŸer die Ursache sein könnte …

Es gibt Themen, die kriegen mich einfach immer. Zum Beispiel Creature Horror, der im oder auf dem Wasser spielt. Dementsprechend neugierig war ich, als Netflix die Miniserie „Below“ ankĂŒndigte. Zumal auch noch Josh Hartnett die Hauptrolle spielt, dem ich es wirklich mehr als nur gönne, dass er derzeit schauspielerisch seinen zweiten FrĂŒhling erlebt. Also habe ich die sechs Folgen gestern Abend durchgebingt. Und wurde trotz kleiner AbzĂŒge in der B-Note gut unterhalten.

Es ist schwer, ĂŒber „Below“ zu schreiben, ohne inhaltlich zu viel zu verraten. Daher nur so viel: „Below“ ist kein klassischer Mensch-gegen-Tier-Kampf, sondern greift auch Themen auf, die ich in dieser Serie nicht unbedingt erwartet hĂ€tte. Speziell in einer Folge spielt der Riesenkalmar sogar so gut wie gar keine Rolle. Einerseits ist dies natĂŒrlich eine StĂ€rke, da man als Zuschauer nie so recht weiß, was als nĂ€chstes passiert. Andererseits wirkte es auf mich zeitweise so, als hĂ€tten die Macher schlicht zu viel gewollt. So viel, dass es teilweise schon absurd-trashig wird. Das muss man schon mögen.

Was vermutlich jeder mögen wird, sind die Figuren. Sowohl der von Josh Hartnett gespielte Calvin als auch seine gesamte Familie sowie deren Freunde sind einfach verdammt sympathisch. Nicht besonders gut ausgearbeitet, aber sympathisch. Und dann ist da noch diese filmisch herrlich unverbrauchte Umgebung. Neufundland ist wahrlich eine Schönheit. WĂ€re ich der Typ fĂŒr kleine Gemeinden, ich wĂŒrde dort definitiv leben wollen.

Des Weiteren hat es mich sehr gefreut, auf so viele bekannte Namen und Gesichter zu treffen. Neben Josh Hartnett (mag ich unter anderem fĂŒr „The Faculty“ und „Halloween H20“) und Mackenzie Davis (mag ich unter anderem fĂŒr „The F-Word“ und „Freaks of Nature“) gibt es auch ein Wiedersehen mit David Wenham (mag ich fĂŒr „Van Helsing“ – ihr habt jetzt doch wohl nicht mit „Der Herr der Ringe“ gerechnet?) und Natasha Henstridge (mag ich fĂŒr alles). Ach ja, und Rohan Campbell (mag ich fĂŒr „Halloween Ends“, auch wenn ich den Film nicht mag) und Charlie Heaton (hat wie in „Stranger Things“ wieder kein GlĂŒck bei den Frauen) sind auch dabei. Außerdem hat Helen Shaver bei zwei Folgen Regie gefĂŒhrt. Falls ihr euch jetzt fragt, wer zum Teufel Helen Shaver ist: Helen Shaver hat die weibliche Hauptrolle in „Tremors 2“ gespielt. Und falls ihr euch jetzt fragt, was zum Teufel „Tremors 2“ ist … tja, dann kann ich euch auch nicht mehr helfen.

Abschließend bleibt mir nur zu schreiben, dass ich sehr viel Spaß mit „Below“ hatte. Eine zweite Staffel scheint derzeit zwar nicht geplant zu sein, aber ich wĂŒrde mich sehr darĂŒber freuen. Genug Potenzial ist definitiv vorhanden.

Meine Wertung: 7/10

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Von GeschÀftsaufgaben und Steuernachzahlungen

Ich erinnere mich, als wĂ€re es gestern gewesen. Wie ich erste zaghafte Versuche in der PortrĂ€tfotografie unternahm. Wie die Shooting-Anfragen immer zahlreicher wurden. Und wie ich dachte, es sei eine gute Idee, ein Gewerbe anzumelden. Jetzt, exakt 10 Jahre spĂ€ter, habe ich mein Gewerbe wieder abgemeldet. Weil die Shootings immer seltener wurden. Und weil noch weniger Menschen bereit waren, fĂŒr Fotos zu bezahlen. Wirklich schade.

Mein Plan war, mit der Fotografie genug Geld zu verdienen, um meine Arbeitszeit reduzieren zu können. TatsĂ€chlich bin ich mit der Fotografie nie aus den roten Zahlen herausgekommen. FĂŒhle ich mich deswegen wie ein Versager? Sicherlich. Aber wie es sich fĂŒr einen echten, von Natur aus unfehlbaren Mann gehört, wĂŒrde ich das niemals öffentlich zugeben. Allerdings frage ich mich schon, ob die ausbleibenden Shootings mit der QualitĂ€t meiner Fotos zusammenhĂ€ngen. Oder gar mit mir als Mensch. Ich habe keine Ahnung. Und werde es wohl auch nie erfahren.

Was ich jedoch weiß, ist, dass das Finanzamt es gar nicht gerne sieht, wenn man ein Gewerbe anmeldet, aber keinen Gewinn damit erzielt. Dementsprechend groß waren meine BefĂŒrchtungen, dass es nach der GeschĂ€ftsaufgabe und der finalen SteuererklĂ€rung zu einer entsprechenden Nachzahlung kommen wĂŒrde. Und ich sollte Recht behalten. Der aktuelle Steuerbescheid ist inzwischen eingetrudelt. Vier Wochen habe ich nun Zeit, den offenen Betrag zu begleichen. Zum GlĂŒck fiel die Nachzahlung niedriger aus, als ich erwartet hatte. Um genau zu sein, muss ich einen (in Zahlen: 1) Euro nachzahlen. Ich bin optimistisch, den Betrag ohne Aufnahme eines Kredits zusammenzubekommen.

Dass ich mein Gewerbe abgemeldet habe, bedeutet ĂŒbrigens nicht, dass ich die Fotografie an den Nagel hĂ€nge. Meine Kamera wird mich auch weiterhin tĂ€glich begleiten. Und wenn es sich ergibt, werde ich auch weiterhin PortrĂ€ts fotografieren. Ich werde Menschen aber nicht mehr hinterherrennen. Die Fotografie wird fĂŒr mich kĂŒnftig also ein reines Hobby aus Spaß an der Freude sein. Aber hey, das muss ja nichts Schlechtes sein.

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Aus der Kategorie „News, die ich nicht habe kommen sehen“: Die Horrorkomödie „Black Sheep“ bekommt eine Fortsetzung. Und ich liebe alles daran!

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Die zweite Staffel von „Dexter: Wiedererwachen“ startet am 30. Oktober. Hach, ick freu mir!

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Geschaut: „Protector“ (2025)

An ihrem Geburtstag wird die 16-jĂ€hrige Chloe (Isabel Myers) von skrupellosen MenschenhĂ€ndlern entfĂŒhrt. Allerdings haben die MenschenhĂ€ndler ihre Rechnung ohne Chloes Mutter Nikki (Milla Jovovich) gemacht. Die ehemalige Elite-Soldatin setzt all ihre FĂ€higkeiten ein, um ihre Tochter zurĂŒckzubekommen – und tötet gnadenlos jeden, der sich ihr in den Weg stellt …

Puh. Was ich damit sagen will: Puh, also nee. GrundsĂ€tzlich bin ich fĂŒr Selbstjustiz-Reißer wirklich leicht zu begeistern, aber „Protector“ ist ’ne ganz schwierige Nummer. Mal ganz abgesehen davon, dass der Film viel, und ich meine VIEL zu dunkel ist und optisch generell einen alles andere als schönen DTV-Charme versprĂŒht, hat er mich auch inhaltlich nur wenig bis gar nicht fesseln können. Im Grunde ist „Protector“ eine schon fast dreiste Mischung aus „Rambo“ und „96 Hours“, wobei es ihm leider nicht gelingt, aus den verschiedenen Teilen ein spannendes oder zumindest interessantes Ganzes zu formen. Und dann besitzt der Film auch noch die Frechheit, am Ende einen Twist aus dem Hut zu zaubern, der so hanebĂŒchen ist, dass ich nicht wusste, ob ich lachen oder weinen soll. Immerhin ist die Action ganz passabel und mit angemessener HĂ€rte inszeniert – so man in der Dunkelheit denn etwas davon sieht. Und Milla Jovovich ist auch mit ihren inzwischen 50 Jahren immer noch badass as fuck und eine durchaus glaubhafte Kampfmaschine. Eine komplette Zeitverschwendung ist „Protector“ also nicht. Mehr als unterer Durchschnitt aber auch nicht. Schade.

Meine Wertung: 4/10

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Geschaut: „Primate“ (2025)

Lucy (Johnny Sequoyah) besucht mit zwei Freundinnen ihren Vater Adam (Troy Kotsur) und ihre kleine Schwester Erin (Gia Hunter), die gemeinsam mit dem Schimpansen Ben auf Hawaii leben. Was niemand ahnt: Ben hat sich vor kurzem mit Tollwut infiziert – und macht schon bald Jagd auf seine menschliche Familie …

Der Film ist gerade mal wenige Minuten alt, da werden einem Tierarzt auch schon Haut und Fleisch vom Gesicht gerissen. Und die Kamera hĂ€lt voll drauf, was mir ein freudiges „WTF!?!“ entlockte. Danach werden rund 20 Minuten lang die Figuren und das Setting etabliert, nur um dann endgĂŒltig ans Eingemachte zu gehen. Und auch hier geizt Regisseur Johannes Roberts nicht mit Blut und Gewalt. Der an sich herzensgute Schimpanse macht in seinem Wahn wahrlich keine Gefangenen und auch vor SympathietrĂ€gern nicht halt, was in Verbindung mit den grĂ¶ĂŸtenteils handgemachten Effekten und einer Nettolaufzeit von gerade mal knapp ĂŒber 80 Minuten keine Langeweile aufkommen lĂ€sst. Zugegeben, originell ist hier nichts. Und die Figuren sind zwar nicht unsympathisch, insgesamt aber recht blass. Das stört aber nicht, denn als ĂŒberraschend grimmiger Tierhorrorfilm fĂŒr zwischendurch macht „Primate“ dennoch eine gute Figur. Ich zumindest hatte meinen Spaß mit dem tierischen Treiben. Und habe mich mehr als nur einmal gefragt, wie dieser Film eine 16er-Freigabe bekommen konnte. Aber hey, ich will mich gar nicht beschweren. Ganz im Gegenteil. Ich wĂŒnschte, die FSK hĂ€tte schon in den 80ern und 90ern so entspannt bewertet.

Meine Wertung: 7/10

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Gespielt: „Wolfenstein: The New Order“

Unglaublich, aber wahr: Ich habe in den letzten nunmehr fast vier Wochen nicht einen einzigen Film geschaut. Klar, ich habe ab und an mal einen Film nebenbei laufen lassen, aber so richtig geschaut? Nope. DafĂŒr habe ich mal wieder die Xbox glĂŒhen lassen und gespielt. Viel gespielt. Sehr viel gespielt. Insgesamt habe ich vier Spiele beendet. Und bin momentan so richtig im Flow, wie man so schön sagt. Ich hatte schon fast vergessen, wie viel Spaß es macht, sich so richtig auf ein Spiel einzulassen und stundenlang darin zu versinken.

Los ging’s mit „Wolfenstein: The New Order“. In diesem ĂŒbernimmt man als Spieler die Rolle des Soldaten B.J. Blazkowicz, der 1946 den Auftrag erhĂ€lt, den skrupellosen Nazi-Wissenschaftler Wilhelm „Deathshead“ Strasse zu töten und dessen grausame Experimente zu beenden. Doch die Mission schlĂ€gt fehl. Zwar kann B. J. entkommen, endet aufgrund einer schweren Kopfverletzung jedoch bewegungsunfĂ€hig in einem polnischen Sanatorium, wo er von der Krankenschwester Anya hingebungsvoll gepflegt wird. Erst 14 Jahre spĂ€ter kommt B. J. wieder zu sich. Gerade rechtzeitig, um Anya vor einem NS-Trupp zu retten, der den Befehl hat, das gesamte Sanatorium auszulöschen. Von Anya erfĂ€hrt B. J., dass die Nazis nicht nur den Krieg gewonnen haben, sondern inzwischen ĂŒber die komplette Welt herrschen …

Ich geb’s zu: Vor ein paar Jahren hatte ich schon einmal mit „Wolfenstein: The New Order“ angefangen, bin damals aber ĂŒber den Prolog nicht hinausgekommen. Weil mir das Spiel zu schwer war. Und ich zu stolz, um den Schwierigkeitsgrad auf „Can I play, Daddy?“ zu stellen. Inzwischen bin ich Ă€lter. Weiser. Und von meinem ehemaligen Stolz ist nichts mehr ĂŒbrig. Was gut ist, denn ansonsten hĂ€tte ich eine wunderbare Spielerfahrung verpasst. Eine Spielerfahrung, mit der ich nie gerechnet hĂ€tte. Im Grunde habe ich das Spiel an jenem Tage nur angeschmissen, weil ich Lust auf brutales Geballer ohne Sinn und Verstand hatte. Zu meiner eigenen Überraschung sorgte dann aber nicht (ausschließlich) das Gameplay dafĂŒr, dass ich den Controller nicht mehr aus der Hand legen wollte, sondern ausgerechnet die Story. Mal ganz abgesehen davon, dass das Szenario einer von den Nazis beherrschten Welt herrlich dĂŒster ist, waren insbesondere die Charaktere so sympathisch, dass ich unbedingt wissen wollte, wie es mit ihnen weitergeht.

Und so ballerte ich mich durch die ĂŒberraschend abwechslungsreichen und ausgesprochen gut lesbaren Level, in der Hoffnung auf ein Happy End. Wobei, nicht ganz. Und damit komme ich zur zweiten Sache, mit der ich nie gerechnet hĂ€tte: Ich ballerte nicht nur, ich schlich auch. Freiwillig. Dazu muss ich erklĂ€rend sagen, dass ich Schleichen in Spielen hasse. Weil ich zu dumm zum Schleichen bin. Und zu ungeduldig. Hier aber nicht. Hier bereitete es mir immense Freude, mich an die Gegner heranzuschleichen und sie lautlos mit dem Messer hinzurichten. Oder Gegner zu umgehen, um zuerst den Commander zu finden und auszuschalten, damit dieser keinen Alarm auslösen kann. Wobei selbstverstĂ€ndlich auch die offenen Schusswechsel grandios waren. Egal ob mit einer einzelnen Waffe oder beidhĂ€ndig, durch die Gegner zu mĂ€hen, machte einfach Spaß. Die Waffen fĂŒhlten sich wuchtig an, die Gegner verhielten sich nachvollziehbar und die gelegentlichen Bosse waren, trotz niedrigstem Schwierigkeitsgrad, immer noch eine ansprechende Herausforderung fĂŒr mich. Bei den einfachen NS-Schergen hingegen war ich irgendwann in einem regelrechten John-Wick-Flow, sprich: eine Salve in den Körper, eine in den Kopf. Und weiter zum nĂ€chsten Gegner. Wie in einem Actionfilm zum Selberspielen. Herrlich!

Als dann nach rund neun Stunden der Abspann ĂŒber meinen Fernseher lief, war ich regelrecht traurig, dass es vorbei war. Und gleichzeitig dankbar, dass das Spiel nicht unnötig in die LĂ€nge gezogen wurde. Zumal der Nachschub bereits in meiner Spielebibliothek auf mich wartete. Aber das ist eine Geschichte fĂŒr einen anderen Blogbeitrag.

Abschließend bleibt mir nur zu sagen: Wer sich auch nur ansatzweise fĂŒr Story-getriebene Ego-Shooter interessiert und „Wolfenstein: The New Order“ bislang nicht gespielt hat, sollte dies unbedingt nachholen. Es lohnt sich!

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Chroniken eines fotografierenden Filmnerds

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