„Sei authentisch! Sei du selbst!“

Immer, wenn ich solche Phrasen höre oder lese, denke ich „Ein guter Tipp – aber nur für diejenigen, die entweder ein extrem dickes Fell haben oder so glattgebügelt sind, dass sie nirgends anecken.“.

Ich verrate euch jetzt was: Ich verstelle mich. Na gut, verstellen ist vielleicht zu viel des Guten. Sagen wir lieber, ich halte mich zurück. Täglich. Im Büro. Im Alltag. Und ja, auch während meiner Shootings. Nicht etwa, weil ich ein Psychopath mit zwei Gesichtern bin, sondern weil ich einen sehr speziellen, trockenen, tiefschwarzen und teils auch obszönen Humor habe, von dem ich weiß, dass viele Menschen damit nicht umzugehen wissen. Witzigerweise selbst dann nicht, wenn ich ihn gegen mich selbst richte. Also verzichte ich auf zahlreiche Sprüche, die mir so durch den Kopf schießen – schließlich möchte ich ja nicht auch noch die letzten Menschen vergraulen, die sich meiner erbarmen.

Umso mehr freue ich mich, wenn ich ab und an mal einen Menschen kennenlerne, bei dem ich all meine Gedanken (mehr oder weniger) ungefiltert rauslassen darf. Die nette *hüstel* Lena, die ich im Oktober in Hamburg fotografieren durfte, ist solch ein Mensch. Lena ist Schauspielerin (konnte aber dennoch nichts mit meinem USCSS-Nostromo-Shirt anfangen, was ich ihr vermutlich bis ans Lebensende vorwerfen werde), Synchronsprecherin und in ihrem Humor dem meinen nicht unähnlich, was ich jetzt aber, auch aus Jugendschutzgründen, auf gar keinen Fall vertiefen möchte.

Wir haben viel geschnackt, gelacht und nebenbei selbstverständlich auch das eine oder andere Foto gemacht. Euch nun viel Spaß mit eben diesen Fotos – und dir Lena noch mal danke für den witzigen Nachmittag! Und dafür, dass ich einfach mal ich selbst sein durfte!

Ach, und falls jetzt jemand denken sollte „Mensch, zuzugeben, dass man sich so oft zusammenreißt, ob das so clever ist?“: Nein, das ist es nicht. Aber nicht clever zu sein, ist, zumindest in meinem Fall, … authentisch.