Vor kurzem wurde ich gefragt, was junge Frauen dazu bewegt, sich für ein Shooting auszuziehen. Nun, diese Frage kann ich euch nicht beantworten. Ich kann euch aber verraten, was mich an Sensual-Nude-Shootings reizt.

Der erste Grund ist die Reduzierung auf das Wesentliche – also letztlich derselbe Grund, wieso ich Schwarz-Weiß-Fotos bevorzuge. „Wenn du Menschen in Farbe fotografierst, fotografierst du ihre Kleidung. Aber wenn du Menschen in Schwarz-Weiß fotografierst, fotografierst du ihre Seelen.“ hat Ted Grant einst gesagt. Und ich glaube, dass da etwas Wahres dran ist. Zumindest glaube ich, um es weniger esoterisch zu formulieren, dass Farbe vom eigentlichen Motiv, dem Menschen, ablenkt. Meistens. Nicht immer. Deswegen zeige ich meine Fotos grundsätzlich lieber in Schwarz-Weiß.

Der nächste logische Schritt ist damit zwangsläufig, nicht nur auf Farbe, sondern auch auf Kleidung zu verzichten. Und dadurch noch mehr vom Menschen offenzulegen. Nicht nur äußerlich, sondern idealerweise auch vom Wesen des Menschen.

Dies kann jedoch nur unter einer ganz bestimmten Voraussetzung gelingen – und damit bin ich beim zweiten Punkt angekommen, der mich an Sensual Nude reizt: Ich liebe die Herausforderung, trotz dieser nicht alltäglichen Situation vor und während des Shootings eine entspannte Atmosphäre zu schaffen, so dass die fehlende Kleidung irgendwann keine Rolle mehr spielt.

Für (semi)pro­fes­si­o­nelle Models ist das alles natürlich kein großes Ding. Da ich aber üblicherweise eher selten bis nie Profis bei mir habe, ist solch ein Shooting für die Person vor der Kamera gleich zweifach ungewohnt. Fühlt das Model sich trotz dieser ungewohnten Situation so wohl, dass es dennoch aus sich herauskommt und am Ende meine typischen „Schnappschüsse“ entstehen, habe ich mein Ziel erreicht.

Bei Pia, die ich im März fotografieren durfte, ist mir dies glaube ich ganz gut gelungen. Zu Beginn wirkte sie auf mich durchaus ein wenig unsicher – zumindest ließ der noch vor meiner Wohnungstür gefallene Satz „Es ist schon ein komisches Gefühl, zu einem fremden Mann in die Wohnung zu gehen und zu wissen, dass man sich gleich ausziehen wird.“ darauf schließen. 😉 Manchmal frage ich mich ja schon, was meine Nachbarn über mich denken. Aber das ist ein anderes Thema. Worauf ich eigentlich hinaus wollte: Von der anfänglichen Unsicherheit war während des Shootings nicht mehr viel zu spüren. Was ihr den Fotos hoffentlich auch anseht. Wir haben geblödelt. Wir haben gelacht. Wir haben aber auch über ernste Themen gesprochen. Und so sind schlussendlich die folgenden Fotos entstanden.

Jetzt bleibt mir eigentlich nur noch danke zu sagen, Und zwar dir, liebe Pia. Für dein Vertrauen, den super spaßigen Tag und nicht zuletzt dafür, dass ich unsere Fotos hier zeigen darf! Wir sehen uns definitiv wieder – und ja, das ist eine Drohung … 😉