„Ich würde dich bitten, keine Bilder im Netz mehr zu veröffentlichen. Du verdirbst damit der Menschheit des Spaß an der Fotografie. Denn deine Bilder sind schrecklich…“

So schrieb es mir (inklusive des Fehlers) letzten Monat der liebe Stephan per Mail. Zuerst war ich überrascht, dann fühlte ich mich geehrt. Der gesamten Menschheit? Sollte ich inzwischen wirklich solch einen Einfluss haben? Kurze Zeit später wurde mir die damit einhergehende Verantwortung bewusst – und mir war plötzlich ganz mulmig zumute. Findet ihr mal heraus, dass ihr für die gesamte Menschheit verantwortlich seid! Diese schwere Last auf meinen schmalen Schultern …

Ich war schon kurz davor, meine Kameraausrüstung zu verkaufen, als mir plötzlich ein Text des großartigen Philosophen Michael Wendler im Kopf herumgeisterte, der mich daran erinnerte, was mir die Meinung von Stephan ist: egal!

Da unaufgeforderte Kritik und unangebrachte Kommentare im Netz inzwischen zum Alltag gehören, möchte ich mich diesem Thema aber auch noch kurz mit dem nötigen Ernst widmen. Denn auch wenn ich über die Stephans dieser Welt lachen kann, so gibt es unter uns Hobbyfotografen (und -modellen) bestimmt genug Menschen, die solch negative Nachrichten und Kommentare tatsächlich belasten. Und das muss nun wirklich nicht sein.

Im Grunde ist es ganz leicht, sich angemessen zu verhalten:

Du siehst Fotos, die dir nicht gefallen? Dann schaue sie dir nicht weiter an.

Wurde bei der Veröffentlichung von sich aus um Kritik gebeten, und nur dann, darfst du diese natürlich gerne äußern – aber bitte höflich und konstruktiv. Brennt dir etwas auf der Zunge, obwohl nicht um Kritik gebeten wurde, dann frag zuerst, ob Kritik erwünscht ist. Und wenn diese nicht erwünscht ist, dann respektiere dies auch!

Und nein, nur weil etwas öffentlich zu sehen ist, beinhaltet dies nicht den Wunsch nach Kritik. Auf der Straße sprichst du schließlich auch nicht wildfremde Menschen an, um ihnen unaufgefordert Tipps zu deren Kleidung zu geben. Also lass es einfach sein und beschäftige dich lieber mit Dingen, die dir gefallen.

Es sei denn, du bist einer jener Versager mit zu viel Zeit, deren erbärmliches Leben nur dann erträglich ist, wenn sie andere provozieren und beleidigen können. Dann mach ruhig weiter wie gehabt. Aber wundere dich bitte nicht, wenn die anderen Kinder im Sandkasten irgendwann nicht mehr mit dir spielen möchten.

So, und nun mache ich endlich das, was ich am besten kann und wofür ihr hier seid: schlechte Fotos zeigen und euch den Spaß an der Fotografie rauben. Im Oktober hatte ich das Glück, die bezaubernd-sarkastische Alexandra fotografieren zu dürfen. Alexandra ist nicht nur intelligent, witzig und attraktiv, sie kann auch noch hervorragend singen (falls ihr eine Hochzeitssängerin sucht: hier ist sie!) und extrem leckeren Brotaufstrich aus kinder Riegel machen. Da darf man auch als Fotograf durchaus ins Schwärmen geraten …

Ich hoffe, die Fotos gefallen euch. Und falls nicht: egal!