Vom Start weg ausverkauft: mein erster Bildband „Expectation“

Das nenne ich mal eine gelungene Premiere: Mein erster Bildband „Expectation“ ist direkt nach dem Druck bereits komplett ausverkauft! Okay, fairerweise sollte ich dazu sagen, dass es von dem Bildband nur ein einziges Exemplar gibt, welches ich für mich selbst habe drucken lassen – aber hey: ausverkauft!

Gut, lasst mich kurz ernst werden (übrigens ein sehr schönes Beispiel dafür, wie wichtig Groß- und Kleinschreibung ist – Ernst versteht, was ich meine): Ich spielte schon lange mit dem Gedanken, meine mir wichtigsten Fotos der letzten Jahre in geeigneter Form auf Papier zu bringen. Zwar drucke ich mir viele Fotos mit entsprechenden Fotodruckern schon jetzt selbst aus, doch ist ein Bildband schon noch mal eine Ecke schicker als ein Kühlschrank oder eine Pinnwand voller Fotos. Und lässt sich außerdem bei Bedarf deutlich komfortabler transportieren.

Wie es der Zufall wollte, wurde mir Anfang März eine Anzeige von Saal Digital in meinen Instagram-Feed gespült. Saal Digital sucht regelmäßig nach Produkttestern – und dieses Mal praktischerweise für ihre Fotobücher. Also habe ich spontan eine Bewerbung ausgefüllt und durfte mich kurze Zeit später über einen 40-Euro-Gutschein freuen. Ein Gutschein, der übrigens nur an eine einzige Bedingungen geknüpft war, nämlich dass ich über meine Erfahrungen mit Saal Digital und dem Produkt berichte. Was ich hier im Blog ohnehin getan hätte. Ob dieser Text dadurch jetzt Werbung darstellt oder nicht, dürft ihr gerne selbst entscheiden.

Zurück zum Bildband. Wie die meisten von euch wissen, mag ich insbesondere die Bildsprache von Andreas Jorns unheimlich gerne und besitze so ziemlich alle seine Werke. Lediglich sein erster Bildband „[UN]INVITED“ fehlt mir noch in meiner Sammlung – falls den irgendwer zu Hause rumliegen hat und nicht mehr benötigt … verdammt, ich schweife ab. Worauf ich eigentlich hinaus wollte, war, dass Andreas‘ Publikationen mich durchaus geprägt haben. Da ich selbst von der Gestaltung eines Bildbandes keine Ahnung habe, habe ich mir dessen Werke daher ein wenig zum Vorbild genommen – gewisse Ähnlichkeiten im Aufbau lassen sich also nicht leugnen. Aber irgendwie musste ich ja anfangen und das Rad kann schließlich auch nicht ständig neu erfunden werden.

Viel wichtiger als die Anordnung war mir ohnehin die Bildauswahl. Und ich kann euch verraten: Es fiel mir definitiv nicht leicht, mich zu entscheiden. Letztlich haben es 19 Frauen in meinen Bildband geschafft. 19 Frauen, die mich in besonderer Art und Weise fotografisch und/oder menschlich inspiriert und einen großen Teil zu meiner persönlichen Entwicklung beigetragen haben. 19 Frauen, denen ich unendlich dankbar dafür bin, dass ich für ein paar Stunden ein Teil ihres Lebens sein durfte (und es zum Teil auch heute noch bin).

Da ich nicht die Zeit hatte, mich in eine entsprechende Profisoftware einzuarbeiten, habe ich für die Gestaltung des Bildbandes den Designer von Saal Digital genutzt. Die Software ist auf den typischen Endanwender hin ausgerichtet, bietet Cliparts, diverse Hintergründe und zahlreiche vorgefertigte Layouts – auf die ich allesamt weitestgehend verzichtet und die Bilder lieber manuell angeordnet habe. Da mir ein Vergleich zu anderen Programmen fehlt, kann ich zu der Software nur sagen, dass ich gut damit zurecht gekommen bin (teilweise habe ich sogar zu kompliziert gedacht). Gut gefallen hat mir, dass bei jeder neu hinzugefügten Seite auch direkt der Preis aktualisiert wurde – so wusste ich jederzeit, wie sehr mein Konto demnächst bluten wird.

Wer schon mal einen Bildband in entsprechender Größe und kleiner Auflage hat drucken lassen, weiß, wie viel Geld so etwas kosten kann. Ich vermeide hierbei absichtlich das Wort „teuer“, denn meiner Meinung nach ist so ein Bildband, insbesondere mit den eigenen Fotos, das Geld mehr als wert. Da ich mich später nicht ärgern wollte (und so etwas ja auch nicht häufig mache), bin ich bei „Expectation“ direkt in die Vollen gegangen: maximale Größe des gewünschten Formates (28 x 28), maximale Seitenzahl (160) und ein matter HighEnd-Druck – am Ende standen 176,20 Euro auf meiner Rechnung. Na gut, 136,20 Euro. Ich hatte ja noch den Gutschein.

Das Geld war aber sofort vergessen, als ich den Bildband dann zum ersten Mal vor mir liegen sah. Und jetzt muss ich Saal Digital wirklich mal loben: Ich habe den fertig gestalteten Bildband am Mittwoch, den 13.3. kurz vor 19 Uhr hochgeladen, bereits am Freitag, den 15.3. hielt ich ihn in meinen Händen. DAS ist definitiv mal schnell!

Auch mit der Druckqualität des Bildbandes bin ich definitiv zufrieden. „Expectation“ besteht, vom Cover abgesehen, ausschließlich aus Schwarzweißbildern, die allesamt so aussehen, wie ich es erhofft habe. Meine Befürchtung, die dunklen Stellen könnten beim Druck „absaufen“, war zum Glück unbegründet. Insofern ist alles im grünen Bereich – mit einer Ausnahme: Wird der Bildband auf dem Tisch liegend wieder zugeklappt, kommt es vor, dass das Cover nicht korrekt umklappt und verzieht (was sich dann natürlich durch beherztes Drücken korrigieren lässt). Ob dies schlicht an der hohen Anzahl der Seiten in Kombination mit der Lay-Flat-Bindung liegt – ich weiß es nicht. Beim ersten Mal war ich auf jeden Fall sehr erschrocken. Inzwischen bin ich entspannter und hoffe einfach mal, dass sich dies nicht auf die Haltbarkeit auswirkt …

Eine kleine Anekdote zum Titel „Expectation“ (was übersetzt so viel wie Erwartung bzw. Erwartungshaltung heißt): Oberflächlich betrachtet ließe sich der Titel darauf beschränken, dass das glänzende Cover sowohl vorne als auch hinten ein Farbfoto zeigt, ich im Bildband selbst jedoch mattes Papier verwendet habe und ausschließlich Schwarzweißfotos zeige. Man könnte also annehmen, dass es mir bei dem Titel nur um die Erwartungshaltung des Betrachters ging. So meinte dann auch eines meiner Models zu mir, dass sie von dem Titel irgendwie mehr erwartet (haha) hatte. Ironischerweise hat eben dieses Model bei einem früheren Shooting, und das übrigens völlig zu recht, festgestellt, dass ich zu viel nachdenke und viel zu selbstkritisch bin. Was dann auch die Frage beantwortet, worum es mir bei dem Titel eigentlich geht: um meine Erwartungshaltung an mich selbst.

Üblicherweise gehe ich mit meinen Fotos relativ hart ins Gericht, aber ich gebe offen zu: Als ich durch den Bildband blätterte, dachte selbst ich diverse Male „Scheiße, Sven. Du bist gar nicht mal so schlecht.“. Ganz ehrlich: Wenn ihr selbst fotografiert und wissen möchtet, wie gut eure Fotos aussehen können, nehmt ein bisschen Geld in die Hand und lasst sie in entsprechender Qualität drucken. Für mich war das, bei aller Bescheidenheit, ein echtes Aha-Erlebnis. Womit ich übrigens nicht sagen möchte, dass ich inzwischen am Ziel angekommen bin. Davon bin ich noch weit entfernt. Sehr weit. Ich bin mir durch den Bildband aber sehr sicher geworden, dass ich definitiv auf dem richtigen Weg bin …

Zum Schluss bleibt mir nur noch, mich zu bedanken. Bei Franziska, Maraike, Jule, Anita, Kim-Sarah, Lena, Tabea, Dolores, Nathalie, Jennifer, Hannah, Svea, Josefine, Lana, Ines, Marie, Alisha, Emma-Lotta, Isabell und natürlich auch bei allen anderen Personen, die ich schon fotografieren durfte. Bei Andreas Jorns, der nicht nur seine Fotos, sondern auch offenherzig seine Gedanken zur Fotografie teilt, mir dadurch immer wieder neue Denkanstöße gibt und ohne dessen Bildbände ich meinen vermutlich nie in Angriff genommen hätte. Bei Matthes Zimmermann, der maßgeblich für das Layout von Andreas‘ Werken verantwortlich ist. Und natürlich bei Saal Digital für den 40-Euro-Gutschein. 😉

03.2019 | Tjorven

Man soll sich ja nicht selbst loben, aber meine Güte, bin ich derzeit fleißig! Nicht nur, dass ich jedes Wochenende shoote, ich setze mich derzeit auch jeden Abend an den Rechner, um zumindest ein paar Fotos fertigzustellen – nicht zuletzt, weil im Mai meine Hochzeitssaison beginnt und ich dann möglichst k(l)eine Rückstände aus den Porträtshootings haben möchte.

Und weil ich derzeit so fleißig bin, kann ich euch schon heute die Fotos zeigen, die mit Tjorven vor 1 1/2 Wochen entstanden sind. Klasse, oder?

Wenn ich an das Shooting denke, weiß ich ehrlich gesagt gar nicht, worüber ich mich am meisten freuen soll. Über die Fotos, die entstanden sind? Darüber, dass Tjorven extra aus Flensburg zu mir gekommen ist, um sich von mir fotografieren zu lassen? Darüber, dass sie nach dem Shooting nicht direkt geflohen ist, sondern stattdessen zum Ausklang des Tages noch gemütlich eine Pizza mit mir gegessen hat? Oder darüber, dass sie versprochen hat, mir einen Hocker zu schreinern (ich hätte nämlich gerne einen für meine Shootings – und Tjorven ist praktischerweise Tischlerin). Schwierig, schwierig …

Euch auf jeden Fall viel Spaß mit den Fotos! Und dir, liebe Tjorven, noch mal vielen Dank für den entspannten Tag!

03.2019 | Sophia

„Eine ganz andere Seite von mir. Kenne ich so selbst gar nicht. So pur und irgendwie verletzlich.“

Ich mache mir oft Gedanken darüber, wieso ich fotografiere und was ich mit meinen Fotos ausdrücken oder erreichen möchte. Dieses Feedback trifft’s vermutlich besser, als ich es je selbst formulieren könnte.

Aber der Reihe nach …

Anfang Januar bekam ich eine Mail von Sophia – eine in allen Punkten vorbildliche Bewerbung für ein TfP-Shooting … die leider in meinem Spam-Ordner unterging und von mir erst eine Woche später entdeckt wurde (was mir immer noch peinlich ist). Glücklicherweise neigt Sophia nur zu Ironie und Sarkasmus, ist ansonsten aber nicht nachtragend. So konnte sie sich die eine oder andere spitze Bemerkung zwar nicht verkneifen, einem Indoor-Shooting im März stand aber nichts mehr im Wege.

Während wir die Details klärten, fragte ich Sophia, ob sie sich auch ungeschminkt vor meine Kamera trauen würde. Die meisten Frauen bekommen bei dieser Frage einen leichten Anflug von Panik. Sophia nicht. Sophia freute sich einfach nur, an diesem Tag länger schlafen zu können. Das ist die richtige Einstellung!

Und so entstanden vor rund zweieinhalb Wochen die folgenden Fotos. Fotos, von denen ich sehr hoffe, dass sie euch so gut gefallen wie Sophia und mir. Weil diese Fotos in der Tat genau das zeigen, was ich auch zeigen möchte. Einen Menschen. Natürlich. Pur. Ohne eine gespielte Rolle oder eine aufgesetzte Maske. Und weil diese Fotos bei der porträtierten Person genau das erreicht haben, was sie erreichen sollen.

„Eine ganz andere Seite von mir. Kenne ich so selbst gar nicht. So pur und irgendwie verletzlich.“

In diesem Sinne: Viel Spaß mit den Fotos! Und dir, liebe Sophia, noch mal vielen Dank dafür, dass du dich so toll auf diese Art der Fotografie eingelassen hast!

02.2019 | Anne

Na, das ist ja mal wieder typisch: Gestern hatte ich ein Shooting, da hat’s die ganze Zeit geregnet. Heute wollte ich Fotos bearbeiten, da schien die ganze Zeit die Sonne – und hat mich einfach ins Gesicht geblendet! Das ist doch bestimmt eine Straftat!

Aber hey, von dem guten Wetter lasse ich mir die Laune nicht verderben – wofür gibt’s schließlich Jalousien? Also wurde einfach alles zugezogen und sich an den Plan gehalten. Und nicht nur das, fleißig wie ich bin, habe ich heute direkt zwei Shootings fertiggestellt. Pah! Nimm das, Sonne!

Das Beste kommt aber noch: Weil die liebe Anne mir, obwohl sie derzeit in Florida Urlaub macht und die Sonne genießt, innerhalb weniger Stunden eine Rückmeldung gegeben hat, kann ich euch ihre Fotos auch direkt heute zeigen. Finde ich sehr gut, dass auch Anne die richtigen Prioritäten setzt – beide Daumen hoch!

Hier nun also, ohne langes Vorgeplänkel oder ausschweifende Worte, die Fotos. Euch viel Spaß damit! Und dir, liebe Anne, weiterhin einen schönen Urlaub!

02.2019 | Hannah

Immer wieder lese ich von Fotografen, die verzweifelt auf der Suche nach Inspiration und Kreativität sind, weil sie das Gefühl haben, stets dasselbe zu tun. Ich kann diese Gedanken durchaus nachvollziehen, denn es ist wohl kein großes Geheimnis, dass auch ich im Endeffekt stets dasselbe mache: Ich treffe mich mit Menschen, rede mit diesen, lerne sie ein wenig kennen und fange dann irgendwann an Fotos zu machen. Relativ planlos. Relativ ziellos.

Nun behaupte ich von mir auch nicht, besonders kreativ zu sein. Das ist aber auch gar nicht mein Anspruch an mich selbst. Ich möchte die Menschen vor meiner Kamera gar nicht auf ein bestimmtes Bild oder eine bestimmte Stimmung hin lenken, sondern ihnen Raum geben, so dass sie einfach sie selbst sein können. Klar gibt es einen grob abgesteckten Rahmen und wiederkehrende Motive, die mir nun mal einfach gut gefallen (man könnte das glatt als meinen Stil bezeichnen), aber im Großen und Ganzen versuche ich stets, nicht zu viel Kontrolle zu übernehmen. Und genau das finde ich extrem spannend. Denn selbst wenn ich im Endeffekt stets dasselbe mache, so finde ich doch, dass die Fotos alleine aufgrund der unterschiedlichen Persönlichkeiten stets etwas Einzigartiges und Charakteristisches haben – was eindeutig als Kompliment an meine Models zu verstehen ist!

Womit ich nun endlich bei Hannah angekommen wäre, die ich im Februar bei mir in der Wohnung fotografieren durfte. Und mit der ich, wie schon bei unserem ersten Shooting im September, erneut viel Spaß hatte. Ich hoffe, die Fotos gefallen euch so gut wie uns!

Wer schon mal bei mir war, weiß, dass im Hintergrund grundsätzlich Musik läuft. Insbesondere während der Shootings. Und manchmal, wenn ich mich dezent im Hintergrund halte und das Model sich wohl fühlt … ach, seht einfach selbst, was dann passiert!