03.2019 | Sophia

„Eine ganz andere Seite von mir. Kenne ich so selbst gar nicht. So pur und irgendwie verletzlich.“

Ich mache mir oft Gedanken darüber, wieso ich fotografiere und was ich mit meinen Fotos ausdrücken oder erreichen möchte. Dieses Feedback trifft’s vermutlich besser, als ich es je selbst formulieren könnte.

Aber der Reihe nach …

Anfang Januar bekam ich eine Mail von Sophia – eine in allen Punkten vorbildliche Bewerbung für ein TfP-Shooting … die leider in meinem Spam-Ordner unterging und von mir erst eine Woche später entdeckt wurde (was mir immer noch peinlich ist). Glücklicherweise neigt Sophia nur zu Ironie und Sarkasmus, ist ansonsten aber nicht nachtragend. So konnte sie sich die eine oder andere spitze Bemerkung zwar nicht verkneifen, einem Indoor-Shooting im März stand aber nichts mehr im Wege.

Während wir die Details klärten, fragte ich Sophia, ob sie sich auch ungeschminkt vor meine Kamera trauen würde. Die meisten Frauen bekommen bei dieser Frage einen leichten Anflug von Panik. Sophia nicht. Sophia freute sich einfach nur, an diesem Tag länger schlafen zu können. Das ist die richtige Einstellung!

Und so entstanden vor rund zweieinhalb Wochen die folgenden Fotos. Fotos, von denen ich sehr hoffe, dass sie euch so gut gefallen wie Sophia und mir. Weil diese Fotos in der Tat genau das zeigen, was ich auch zeigen möchte. Einen Menschen. Natürlich. Pur. Ohne eine gespielte Rolle oder eine aufgesetzte Maske. Und weil diese Fotos bei der porträtierten Person genau das erreicht haben, was sie erreichen sollen.

„Eine ganz andere Seite von mir. Kenne ich so selbst gar nicht. So pur und irgendwie verletzlich.“

In diesem Sinne: Viel Spaß mit den Fotos! Und dir, liebe Sophia, noch mal vielen Dank dafür, dass du dich so toll auf diese Art der Fotografie eingelassen hast!

02.2019 | Anne

Na, das ist ja mal wieder typisch: Gestern hatte ich ein Shooting, da hat’s die ganze Zeit geregnet. Heute wollte ich Fotos bearbeiten, da schien die ganze Zeit die Sonne – und hat mich einfach ins Gesicht geblendet! Das ist doch bestimmt eine Straftat!

Aber hey, von dem guten Wetter lasse ich mir die Laune nicht verderben – wofür gibt’s schließlich Jalousien? Also wurde einfach alles zugezogen und sich an den Plan gehalten. Und nicht nur das, fleißig wie ich bin, habe ich heute direkt zwei Shootings fertiggestellt. Pah! Nimm das, Sonne!

Das Beste kommt aber noch: Weil die liebe Anne mir, obwohl sie derzeit in Florida Urlaub macht und die Sonne genießt, innerhalb weniger Stunden eine Rückmeldung gegeben hat, kann ich euch ihre Fotos auch direkt heute zeigen. Finde ich sehr gut, dass auch Anne die richtigen Prioritäten setzt – beide Daumen hoch!

Hier nun also, ohne langes Vorgeplänkel oder ausschweifende Worte, die Fotos. Euch viel Spaß damit! Und dir, liebe Anne, weiterhin einen schönen Urlaub!

02.2019 | Hannah

Immer wieder lese ich von Fotografen, die verzweifelt auf der Suche nach Inspiration und Kreativität sind, weil sie das Gefühl haben, stets dasselbe zu tun. Ich kann diese Gedanken durchaus nachvollziehen, denn es ist wohl kein großes Geheimnis, dass auch ich im Endeffekt stets dasselbe mache: Ich treffe mich mit Menschen, rede mit diesen, lerne sie ein wenig kennen und fange dann irgendwann an Fotos zu machen. Relativ planlos. Relativ ziellos.

Nun behaupte ich von mir auch nicht, besonders kreativ zu sein. Das ist aber auch gar nicht mein Anspruch an mich selbst. Ich möchte die Menschen vor meiner Kamera gar nicht auf ein bestimmtes Bild oder eine bestimmte Stimmung hin lenken, sondern ihnen Raum geben, so dass sie einfach sie selbst sein können. Klar gibt es einen grob abgesteckten Rahmen und wiederkehrende Motive, die mir nun mal einfach gut gefallen (man könnte das glatt als meinen Stil bezeichnen), aber im Großen und Ganzen versuche ich stets, nicht zu viel Kontrolle zu übernehmen. Und genau das finde ich extrem spannend. Denn selbst wenn ich im Endeffekt stets dasselbe mache, so finde ich doch, dass die Fotos alleine aufgrund der unterschiedlichen Persönlichkeiten stets etwas Einzigartiges und Charakteristisches haben – was eindeutig als Kompliment an meine Models zu verstehen ist!

Womit ich nun endlich bei Hannah angekommen wäre, die ich im Februar bei mir in der Wohnung fotografieren durfte. Und mit der ich, wie schon bei unserem ersten Shooting im September, erneut viel Spaß hatte. Ich hoffe, die Fotos gefallen euch so gut wie uns!

Wer schon mal bei mir war, weiß, dass im Hintergrund grundsätzlich Musik läuft. Insbesondere während der Shootings. Und manchmal, wenn ich mich dezent im Hintergrund halte und das Model sich wohl fühlt … ach, seht einfach selbst, was dann passiert!

01.2019 | Anna Luca

Mein Plan lautete, die Kamera im Januar grundsätzlich im Regal stehen zu lassen und erst mal in Ruhe all die Bilder zu bearbeiten, die sich im November und Dezember so angesammelt hatten. Grundsätzlich bedeutet, es gibt Ausnahmen. Und eine dieser insgesamt zwei Ausnahmen war Anna Luca, die lediglich in der ersten Januarwoche hier in Kiel war – und die ich auf keinen Fall wieder abreisen lassen wollte, ohne vorher mit ihr Fotos gemacht zu haben.

Also trafen wir uns am 02. Januar an der Kiellinie. Dass genau an diesem Tag ein Sturmtief wüten und die Kiellinie stellenweise unter Wasser stehen würde, konnte vorher ja niemand ahnen. Aber hey, mit ein wenig Improvisation geht alles. An dieser Stelle sei leise erwähnt, dass mein Alternativvorschlag meine Wohnung vorsah, Anna Luca aber lieber draußen bleiben wollte. Und sich schlussendlich durchgesetzt hat. Zum Glück, denn draußen zu bleiben, war rückblickend betrachtet genau die richtige Entscheidung – was ich allerdings niemals öffentlich zugeben werde (dieser Blogbeitrag zählt nicht, den liest eh so gut wie niemand).

Ich hoffe, ihr seht das ähnlich. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Betrachten der Fotos!

12.2018 | Marie

Es gibt zwei Dinge, die ich bei Porträts, zumindest bei meinen eigenen, grundsätzlich nicht leiden mag:

1. künstliche Posen
2. künstliches Lachen

Beides versuche ich so gut wie möglich zu vermeiden. Nummer 1, indem ich z. B. die Arme am Körper des Models festbinde, wenn die Hände immer und immer wieder unnatürlich im Gesicht landen. Und Nummer 2, indem ich mich selbst nicht zu ernst nehme und versuche, eine unverkrampfte Atmosphäre zu schaffen, so dass das Model sich wohl fühlt und ganz von alleine lacht. Zugegeben, letzteres klappt mal besser und mal schlechter (einen gemeinsamen Nenner beim Humor zu finden, ist manchmal mit Blut, Schweiß und Tränen verbunden), aber wenn’s klappt, dann wird’s richtig gut. Und dann bekomme ich auch schon mal Rückmeldungen wie die folgende:

„Ich liebe das so, dass ich fast die ganze Zeit lache. Ist aber auch immer einfach zu witzig mit dir.“

Unter uns: Da geht mir schon ein wenig das Herz auf. Zumal Marie auch die entstandenen Fotos gefallen, was insgesamt eine tolle Bestätigung für meine Fotografie und meine Art ist, wie ich meine Shootings angehe. Da freut sich der Selbstzweifler in mir.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich mag’s, wenn’s beim Shooting locker zugeht. Mehr wollte ich eigentlich gar nicht gesagt haben …

P.S.: Und selbstverständlich habe ich noch nie ein Model gefesselt!

12.2018 | Isabell

Sensual Porträts sind weiterhin ein Thema, das mich sehr beschäftigt. Inzwischen habe ich zwar schon das eine oder andere Shooting in diese Richtung durchgeführt, doch von echter Erfahrung in diesem Bereich kann noch lange keine Rede sein. Dementsprechend freue ich mich nach wie vor sehr über Frauen, die Lust haben, mich hierbei beim Experimentieren zu unterstützen. Insbesondere dann, wenn diese Frauen schon mal vor meiner Kamera standen. Kennt man sich bereits (und ist sich im Idealfall auch noch sympathisch 😉 ), fällt es wenig überraschend dann doch irgendwie leichter, sich zu entspannen und trotz der (für die meisten von uns) nicht unbedingt alltäglichen Situation fallenzulassen.

Und so freute ich mich sehr, als Isabell mir schrieb, dass auch sie sich durchaus vorstellen könnte, mal etwas in diese Richtung zu versuchen. Also trafen wir uns im Dezember bei mir und machten das, was wir am besten können: Quatsch. Und nebenbei ein paar Fotos. Nur halt mit weniger Kleidung als sonst. Also sie. Nicht ich.

Obwohl vorher abgemacht wurde, dass wir die Fotos „nur“ für uns machen, hat Isabell mir netterweise erlaubt, euch ein paar der an diesem Tag entstandenen Bilder hier zu zeigen. Danke dir vielmals, Isa!

Und bevor jemand auf die Idee kommt zu fragen: Ja, die unscharfen Fotos gehören so! ;P

Ganz wichtig: Ein Shooting mit Isabell bewerte ich nur dann als gelungen, wenn mindestens drei Grimassenfotos entstanden sind!

12.2018 | Emma-Lotta

Tief durchatmen … tief durchatmen … tief durchatmen …

Geplant war, das Shooting mit Emma zum Anlass zu nehmen, um ein wenig darüber zu philosophieren, wieso ich manche Menschen interessant finde und fotografieren möchte. Und wieso manche Menschen mich emotional völlig kalt lassen. Der Text war sogar schon so gut wie fertig geschrieben. Leider musste ich eben feststellen, dass Emma ihr Instagram-Profil aufgeräumt hat – und da eben dieses Instagram-Profil als Beispiel diente und jetzt komplett anders aussieht, ergibt mein Text nun absolut keinen Sinn mehr. 😀

Da ich gerade zu niedergeschmettert bin, um mir etwas Neues einfallen zu lassen, gibt’s daher heute nur die Fotos. Vielleicht findet sich für den Text ja noch mal eine Gelegenheit. Ach Mensch, es hätte so gut gepasst …

P.S.: Emma, falls du das hier liest: Ich hasse dich! Aus tiefstem Herzen!
P.P.S.: Stimmt gar nicht.

11.2018 | Ramona

Prinzipiell möchte ich hier 2019 pro Shooting nicht mehr so viele Bilder zeigen, mich lieber auf maximal 10 beschränken und die übrigen dann gegebenenfalls nach und nach bei Facebook und Instagram veröffentlichen. Nicht etwa, weil ich Facebook und Instagram als relevanter erachte. Ganz im Gegenteil, weil mir meine Seite wesentlich mehr bedeutet und ich mich hier ausschließlich von meiner besten Seite zeigen möchte, während Facebook und Instagram für mich eher so eine Art B-Seite darstellen. Die Älteren wissen, was ich damit meine. Die Jüngeren haben die Wikipedia. 😉

Das Problem ist: Wenn ich stundenlang mit einem Menschen am Strand spazieren gehe, wir uns nett unterhalten und Spaß haben, entstehen so viele Fotos, dass ich mich entweder nicht entscheiden kann, oder das Gefühl habe, es wäre einfach zu schade, bestimmte Fotos hier nicht zu zeigen. So ist es dann auch mit den Bildern von Ramona, mit der ich im November den Falckensteiner Strand unsicher gemacht habe. Und dementsprechend sind es hier dann doch wieder ein paar mehr als die besagten 10 Fotos geworden. Upps.

Das Gute ist: Dadurch, dass die Bilder bereits 2018 entstanden sind, muss ich mir selbst nichts vorwerfen. Bei den ersten Fotos aus 2019 wird dann alles anders. Bestimmt …

11.2018 | Sara

Inzwischen schreiben wir das Jahr 2019 (an dieser Stelle ein verspätetes frohes Neues!) und ich bin immer noch damit beschäftigt, Shootings aus dem November zu bearbeiten. So weit zurückzuliegen, gefällt mir ehrlich gesagt gar nicht, weshalb ich beschlossen habe, in diesem Monat keine neuen TfP-Shootings durchzuführen. Stattdessen werde ich jetzt erst mal in Ruhe die zurückliegenden fertigstellen – die Models möchten schließlich auch nicht ewig auf die Ergebnisse warten müssen.

Heute darf ich euch die Fotos von Sara zeigen, die im November an einem grauen, sehr sehr grauen Tag entstanden sind. Losgelegt haben wir bei mir zu Hause, danach sind wir noch runter zur Kiellinie spaziert. Dass ich nur 10 Gehminuten entfernt von dieser wohne, ist schon sehr praktisch.

Puh, ich stelle gerade fest, dass mein Magen knurrt. Ich bin heute Morgen aufgestanden und habe mich direkt an den Rechner gesetzt. Vermutlich sollte ich endlich mal etwas essen. Und dann weiter Fotos bearbeiten. Obwohl, vielleicht mache ich für heute auch „Feierabend“. Ist ja immerhin Sonntag … 😉

aj Usedom 2018 – ein persönlicher Rückblick

Ihr habt es vielleicht mitbekommen: Ich habe dieses Jahr an einem MeetUp Meetup Meet-up Mee… verdammt, wie schreibt man das eigentlich richtig? Egal. Ich habe an einem Treffen von Menschen teilgenommen, die sich mit Fotografie beschäftigen. Und zwar nicht an irgendeinem Treffen, sondern an dem von Andreas Jorns organisierten Treffen auf Usedom.

Wer mich kennt, weiß, dass diese Teilnahme für mich durchaus ungewöhnlich ist. Ich fotografiere eher „für mich“ und halte mich aus der „Szene“ weitestgehend raus. Dass ich dennoch nach Usedom gefahren bin (bzw. gefahren wurde – danke noch mal fürs Mitnehmen, liebe Ilka und Susanne!), liegt ausschließlich in der Person Andreas Jorns begründet.

Es ist glaube ich kein Geheimnis, dass ich nicht nur Andreas‘ Fotos, sondern insbesondere auch seine Einstellung zur Fotografie sehr schätze. Dementsprechend war meine Hoffnung, auf Usedom Menschen kennenzulernen, die, dank Andreas als gemeinsamen Nenner, auf eine gewisse Art ähnlich ticken und bei der Fotografie ähnliche Prioritäten setzen. Die sich nicht ausschließlich über ihre Kameraausrüstung definieren. Oder über die „berühmten“ Personen, mit denen sie schon zusammengearbeitet haben. Die sich über das austauschen möchten, was Fotografie für sie bedeutet und ausmacht. Und darüber, was die Fotografie in den Menschen vor und hinter der Kamera auslöst.

Was soll ich sagen: Meine Hoffnung wurde erfüllt. Obwohl ich, außer meiner Fahrgemeinschaft und Mikki, die ich selbst schon mal fotografieren durfte, niemanden kannte und mich gegenüber Fremden aus Unsicherheit oftmals „dezent“ debil verhalte, war es ein Leichtes, mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen. Und obwohl man sich nicht kannte, gingen einige dieser Gespräche über den typischen Smalltalk (für den ich absolut nicht geschaffen bin) deutlich hinaus und wurden zuweilen durchaus sehr persönlich – was ich einfach nur großartig fand!

Zu meiner großen Überraschung kamen übrigens relativ viele Menschen, die ich auf Usedom kennenlernen durfte, aus Kiel oder der näheren Umgebung. Zum Beispiel Anne, die hier in Kiel im Januar gemeinsam mit Erik Schlicksbier ein Studio eröffnet, für das ich den beiden ganz heftig die Daumen drücke. Da sieht man mal wieder, wie klein die Welt doch ist …

Hat sich die Teilnahme am Treffen für mich also gelohnt? Definitiv! Werde ich nächstes Jahr wieder teilnehmen? Ganz ehrlich: Ich weiß es noch nicht. Denn wo Licht ist, da ist bekanntlich auch Schatten. So auch hier. Wobei ich diesen, und das betone ich an dieser Stelle ausdrücklich, nicht der Organisation, sondern ausschließlich mir selbst anlaste.

Um die folgenden Zeilen zu verstehen, solltet ihr zwei Dinge über mich wissen:

1. Je mehr Menschen sich an einem Gespräch beteiligen, desto ruhiger werde ich. Das wird dann oft als Desinteresse oder Langeweile fehlinterpretiert, doch genau das Gegenteil ist der Fall: Ich versuche lediglich, all die Eindrücke zu verarbeiten und nichts zu verpassen. Und manchmal, je nach Thema, nicht dumm aufzufallen.

2. Ich trinke keinen Alkohol. Ich habe noch nie Alkohol getrunken. Nicht aus ideologischen Gründen, sondern weil mir alkoholische Getränke schlicht nicht schmecken.

Wie ihr euch vielleicht vorstellen könnt, macht mich diese Kombination zum Renner auf jeder Party.

Wieso ich das erzähle? Weil abends selbstverständlich auch getrunken und gefeiert wurde. Und dabei lief es dann leider doch wieder so ab, wie ich es aus meinem Leben nicht anders kenne. Es wurden die ersten Runden Bier bestellt und irgendwann kamen die Fragen, vor denen es mir inzwischen graut: „Möchtest du auch ein Bier?“ gefolgt von „Trinkst du keinen Alkohol?“. Die Reaktionen auf meine Antworten fielen erwartungsgemäß aus. Die meisten Menschen nehmen Nichttrinker inzwischen glücklicherweise einfach zur Kenntnis, doch leider fielen auch dieses Mal die Sätze „Was stimmt mit dir nicht?“, „Das ist aber ungesellig.“ und, mein persönlicher Favorit, „Dann gehörst du hier nicht her.“.

Das Gute ist: Ich weiß (bzw. hoffe aufgrund des Tonfalls zu wissen), dass solche Äußerungen nicht ernst gemeint, sondern als spaßige Bemerkungen gedacht sind. Das weniger Gute jedoch ist, dass sie trotzdem etwas in mir auslösen. Weil mich solche Sprüche seit über 20 Jahren begleiten. Und wenn du dir über 20 Jahre lang immer wieder Bemerkungen anhören musst, die darauf abzielen, dass du nicht normal bist und nicht dazugehörst, weil du keinen Alkohol trinkst, dann geht das nicht spurlos an dir vorbei. Oder sagen wir lieber: Es ist in all den Jahren an mir nicht spurlos vorbeigegangen.

Dementsprechend habe ich an den anderen beiden Abenden auf die Feier verzichtet und mich nach dem Essen und den Gesprächen im Restaurant direkt auf mein Zimmer zurückgezogen. Was wenig überraschend zur Folge hatte, dass mir an den Tagen danach ein wenig der Anschluss fehlte.

Glücklicherweise war das aber, vom Gefühl des Nichtdazugehörens mal abgesehen, nicht weiter tragisch. Zum einen, weil überall inner- und außerhalb des Hotels kontaktfreudige, fotografiebegeisterte Menschen rumliefen. Und zum anderen, weil das Baltic Hotel mit seiner Therme perfekt zum Entspannen einlud und sich der unendlich scheinende Strand von Usedom im Zweifel auch alleine perfekt für lange Spaziergänge eignet. Während dieser Spaziergänge sind dann auch die Fotos entstanden, die ihr hier seht.

Hmm, während ich diese Zeilen schreibe, fallen mir immer wieder unzählige Gespräche ein, die es noch fortzusetzen gilt. Zum Beispiel würde ich gerne erfahren, welche weiteren Erfahrungen Thomas beim Fotografieren von Sternenkindern gesammelt hat. Welche falschen Entscheidungen Josh in seinem Leben noch so getroffen hat. Welche Science-Fiction- und Fantasy-Filme Anita und Joachim geschaut haben. Ob Robin ihn immer noch rausholen und mir zeigen möchte (wen oder was, überlasse ich jetzt eurer Fantasie). Und und und …

Wenn ich es mir recht überlege, komme ich um eine Teilnahme nächstes Jahr wohl nicht herum. Bis dahin fällt mir ja vielleicht auch noch etwas für abends ein … 😉