10.2019 | Minh

Wie euch vielleicht schon aufgefallen ist, verzichte ich momentan darauf, wöchentlich einen neuen Blogbeitrag zu schreiben. Da ich aufgrund der aktuellen Situation derzeit auf neue Shootings verzichte, möchte ich die noch auf Halde liegenden Fotos lieber ein wenig strecken – wer weiß, wann wieder Nachschub kommt …

Zum Glück habe ich hier noch die einen oder anderen Ergebnisse liegen. Zum Beispiel von Minh, die ich letzten Oktober in Osnabrück besucht habe. Ja, richtig gelesen: Ich habe meine vertraute Umgebung verlassen und mich in eine fremde Stadt begeben. Muss ja auch mal sein. Horizonterweiterung und so. Außerdem wollte ich Minh fotografieren, seit ich sie durch Zufall bei Instagram entdeckt hatte. Also ab in den Zug und los ging’s zu meiner ersten kleinen Shootingreise und einem extrem lustigen Tag in Osnabrück – inklusive eines kleinen Hotelzimmer-Shootings (bei dem uns am Ende leider ein wenig das Licht ausgegangen ist).

Wollen wir hoffen, dass sich die derzeitige Situation schneller beruhigt als viele Experten vermuten. Ich habe nämlich tierische Lust, so was künftig öfter mal in Angriff zu nehmen …

10.2019 | Jana

Ich denke zu wenig. Und bevor meine Ex-Frau und die Menschen, die mich gut genug kennen, in schallendes Gelächter ausbrechen und vehement widersprechen, schränke ich es lieber direkt ein wenig ein: Bezogen auf die Fotografie denke ich zu wenig.

Ich denke zu wenig darüber nach, was für Fotos bei einem Shooting entstehen sollen. Klar, eine grobe Richtung habe ich im Kopf (inzwischen scheine ich tatsächlich so etwas wie einen Stil entwickelt zu haben), aber von einem echten Plan kann hierbei keine Rede sein. Stattdessen lasse ich den Tag lieber auf mich zukommen und mich überraschen, was für Fotos je nach Person, Situation und Stimmung entstehen.

Ich denke zu wenig darüber nach, welche Technik am besten geeignet sein könnte. Ja, ich bin ein Technik-Nerd und ja, ich habe diverse Kameras und Objektive, aber wenn’s um Porträts geht, entstehen 90 % meiner Fotos mit einem meiner beiden 50-mm-Objektive. Was soll ich sagen? Ich liebe diese „langweilige“ Brennweite einfach.

Ich denke zu wenig darüber nach, ob meine Fotos gut ankommen werden. Zugegeben, das Model sollte am Ende des Tages schon zufrieden sein, aber wer zu mir kommt, weiß inzwischen auch, wie meine Fotos grob aussehen. Also fotografiere und zeige ich einfach die Bilder, die ich machen möchte und die mir selbst gefallen – und freue mich dann umso mehr, wenn diese auch bei anderen gut ankommen.

Ich denke zu wenig darüber nach, wie ich meine Social-Media-Aktivitäten optimieren könnte. Ja ja, ich weiß: Ich veröffentliche bei Instagram jeden Tag ein Foto. Dies mache ich aber nicht, weil ich das Gefühl habe, es tun zu müssen, sondern weil es mir Spaß macht und inzwischen zu einem festen Ritual für mich geworden ist. Ich achte nicht auf die optimale Uhrzeit, folge nur den Personen, die mich auch wirklich interessieren, like und kommentiere nur das, was mir gefällt und ’ne Story gibt’s auch nur dann, wenn ich gerade Lust darauf habe.

Wie gesagt: Ich denke zu wenig. Vielleicht bleibe ich dadurch hinter meinen Möglichkeiten zurück. Aber vielleicht sorgt auch gerade das dafür, dass ich zur Fotografie ein recht entspanntes Verhältnis habe und mich nicht ständigem Druck ausgesetzt fühle. Und vielleicht wirkt sich das wiede­r­um auf die Fotos und meinen Umgang mit den Models aus. Wer weiß das schon …

So, genug geschwafelt – kommen wir zu Jana. Die liebe Jana hatte ich auf dem Schirm, seit ich Dezember 2017 eine Präsentation des 1. Latin Team Kiel fotografieren durfte. Da wir beide etwas schüchtern sind, sollten dann noch mal knapp zwei Jahre vergehen, bis wir endlich zueinander fanden. Aber wie heißt es so schön: Geduld ist eine Tugend. Gut Ding will Weile haben. Lieber spät als nie. Was zusammen gehört, kommt auch zusammen. Wenn die Zeit gekommen ist … na gut, ich hör‘ ja schon auf.

Viel Spaß mit den Fotos von Jana!

10.2019 | Isabell

Gute Nachrichten für alle, die schon mal bei mir waren und seitdem verzweifelt auf das nächste Shooting warten (lacht nicht, solche soll es tatsächlich geben): Nachdem ich 2019 überwiegend neue Gesichter vor meiner Kamera begrüßt habe, werde ich mich 2020 bevorzugt den Menschen widmen, die ich bereits kenne. Um die Seiten kennenzulernen, die mir bislang verborgen geblieben sind – und diese dann hoffentlich auch zu zeigen. Denn eines ist ganz klar: Um einen Menschen wirklich kennenzulernen, reicht ein Shooting alleine nicht aus. Und je besser man sich kennt, umso ehrlicher werden in der Regel auch die Fotos.

Ein schönes Beispiel ist die wunderbare Isabell, die ich nun seit knapp zwei Jahren kenne und die im Oktober bereits zum fünften Mal vor meiner Kamera stand. Denn obwohl ich Isabell als generell sehr offene Person bezeichnen würde und wir direkt einen guten Draht zueinander hatten, so habe ich doch das Gefühl, sie mit jedem Shooting als Mensch ein kleines bisschen besser kennenzulernen, zu verstehen und folglich auch zu fotografieren. Und genau dieses Gefühl hätte ich künftig gerne auch bei anderen Shootings …

10.2019 | Alexandra

„Ich würde dich bitten, keine Bilder im Netz mehr zu veröffentlichen. Du verdirbst damit der Menschheit des Spaß an der Fotografie. Denn deine Bilder sind schrecklich…“

So schrieb es mir (inklusive des Fehlers) letzten Monat der liebe Stephan per Mail. Zuerst war ich überrascht, dann fühlte ich mich geehrt. Der gesamten Menschheit? Sollte ich inzwischen wirklich solch einen Einfluss haben? Kurze Zeit später wurde mir die damit einhergehende Verantwortung bewusst – und mir war plötzlich ganz mulmig zumute. Findet ihr mal heraus, dass ihr für die gesamte Menschheit verantwortlich seid! Diese schwere Last auf meinen schmalen Schultern …

Ich war schon kurz davor, meine Kameraausrüstung zu verkaufen, als mir plötzlich ein Text des großartigen Philosophen Michael Wendler im Kopf herumgeisterte, der mich daran erinnerte, was mir die Meinung von Stephan ist: egal!

Da unaufgeforderte Kritik und unangebrachte Kommentare im Netz inzwischen zum Alltag gehören, möchte ich mich diesem Thema aber auch noch kurz mit dem nötigen Ernst widmen. Denn auch wenn ich über die Stephans dieser Welt lachen kann, so gibt es unter uns Hobbyfotografen (und -modellen) bestimmt genug Menschen, die solch negative Nachrichten und Kommentare tatsächlich belasten. Und das muss nun wirklich nicht sein.

Im Grunde ist es ganz leicht, sich angemessen zu verhalten:

Du siehst Fotos, die dir nicht gefallen? Dann schaue sie dir nicht weiter an.

Wurde bei der Veröffentlichung von sich aus um Kritik gebeten, und nur dann, darfst du diese natürlich gerne äußern – aber bitte höflich und konstruktiv. Brennt dir etwas auf der Zunge, obwohl nicht um Kritik gebeten wurde, dann frag zuerst, ob Kritik erwünscht ist. Und wenn diese nicht erwünscht ist, dann respektiere dies auch!

Und nein, nur weil etwas öffentlich zu sehen ist, beinhaltet dies nicht den Wunsch nach Kritik. Auf der Straße sprichst du schließlich auch nicht wildfremde Menschen an, um ihnen unaufgefordert Tipps zu deren Kleidung zu geben. Also lass es einfach sein und beschäftige dich lieber mit Dingen, die dir gefallen.

Es sei denn, du bist einer jener Versager mit zu viel Zeit, deren erbärmliches Leben nur dann erträglich ist, wenn sie andere provozieren und beleidigen können. Dann mach ruhig weiter wie gehabt. Aber wundere dich bitte nicht, wenn die anderen Kinder im Sandkasten irgendwann nicht mehr mit dir spielen möchten.

So, und nun mache ich endlich das, was ich am besten kann und wofür ihr hier seid: schlechte Fotos zeigen und euch den Spaß an der Fotografie rauben. Im Oktober hatte ich das Glück, die bezaubernd-sarkastische Alexandra fotografieren zu dürfen. Alexandra ist nicht nur intelligent, witzig und attraktiv, sie kann auch noch hervorragend singen (falls ihr eine Hochzeitssängerin sucht: hier ist sie!) und extrem leckeren Brotaufstrich aus kinder Riegel machen. Da darf man auch als Fotograf durchaus ins Schwärmen geraten …

Ich hoffe, die Fotos gefallen euch. Und falls nicht: egal!

10.2019 | Eileen

Mittwochabend. 19:30 Uhr. Noch 45 Minuten bis zur neuen „Der Bachelor“-Folge. Noch 60 Minuten, bis ich auf der Couch einschlafe. Morgen werde ich den ganzen Tag beruflich in Hannover sein. Übermorgen (für euch heute) soll dieser Beitrag erscheinen. Und mir will seit zwei Tagen partout nichts einfallen, worüber ich schreiben kann. Weil hier einfach nichts passiert. Weil hier nie etwas passiert. Die rechte Hand tut mir jetzt weh. Du bist immer noch … oh, unpassender Liedtext. Diese verdammten Ohrwürmer aus der Jugend.

Da mir gerade nichts Sinnvolles einfällt, ich aber deswegen keinesfalls pausieren möchte, lasse ich euch nun direkt mit den Fotos der lieben Eileen allein, die im Oktober beim Spazierengehen am Strand in Heidkate entstanden sind. Einfach mal das gute Wetter und die schöne Natur genießen, ein wenig rumblödeln und nebenbei Fotos machen – jupp, das war definitiv ein Nachmittag genau nach meinem Geschmack!