Es gibt zwei Dinge, die ich bei Porträts, zumindest bei meinen eigenen, grundsätzlich nicht leiden mag:

1. künstliche Posen
2. künstliches Lachen

Beides versuche ich so gut wie möglich zu vermeiden. Nummer 1, indem ich z. B. die Arme am Körper des Models festbinde, wenn die Hände immer und immer wieder unnatürlich im Gesicht landen. Und Nummer 2, indem ich mich selbst nicht zu ernst nehme und versuche, eine unverkrampfte Atmosphäre zu schaffen, so dass das Model sich wohl fühlt und ganz von alleine lacht. Zugegeben, letzteres klappt mal besser und mal schlechter (einen gemeinsamen Nenner beim Humor zu finden, ist manchmal mit Blut, Schweiß und Tränen verbunden), aber wenn’s klappt, dann wird’s richtig gut. Und dann bekomme ich auch schon mal Rückmeldungen wie die folgende:

„Ich liebe das so, dass ich fast die ganze Zeit lache. Ist aber auch immer einfach zu witzig mit dir.“

Unter uns: Da geht mir schon ein wenig das Herz auf. Zumal Marie auch die entstandenen Fotos gefallen, was insgesamt eine tolle Bestätigung für meine Fotografie und meine Art ist, wie ich meine Shootings angehe. Da freut sich der Selbstzweifler in mir.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich mag’s, wenn’s beim Shooting locker zugeht. Mehr wollte ich eigentlich gar nicht gesagt haben …

P.S.: Und selbstverständlich habe ich noch nie ein Model gefesselt!